Kirchspiel Wernshausen-Helmers

Die schlichte Dorfkirche von 1723 bezieht Reste einer älteren Kirche mit ein und steht auf dem nach Osten, Süden und Westen steil abfallenden Bergsporn Heyer, ca. 29m über dem Dorf. Eine Treppe von etwa 90 Stufen führt in gerader Linie hinauf. Der Kirchberg liegt in strategisch günstiger Lage und forderte zur Wehrbarkeit und Kontrolle des Mündungsbereich des Rosatals in das Werratal geradezu heraus.                
Vermutlich war der Kirchhügel in vergangener Zeit wehrhaft ummauert. Teile einer niedrigen Mauer stehen noch an der Südseite. Die Jahreszahl 1607 konnte man noch vor dem ersten Weltkrieg an der Mauer nahe der südlichen Friehofstür finden. Dicht südlich der Kirche verrät ein Geländeabsatz eine frühere Bebauungsgrenze. Nördlich der Kirche, da wo sich heute die anonyme Erdbestattung, auch bekannt als "grüner Rasen" befindet, liegt eine kleine Terrasse und weiter nördlich eine flache Senke, die eventuell den Rest eines Befestigungsgrabens darstellt.           
Das Äußereder Kirche ist schmucklos. Die Grundmauern des Turms gehören zum Bau einer noch älteren Kirche, aus der der Taufstein von 1622 stammt. In dieser Zeit wurde auch das alte "Beinhaus" an der Südseite der Kirche in eine Sakristei umgewandelt.Der Turm steht an der Ostseite und wurde, wie vorhandene Baurechnungen ergeben, 1698 unter Magister Martin Siegfried erbaut. Der Grabstein von Pfarrer Siegfried wurde in die äußere Wand der Sakristei eingemauert und trägt eine lateinische Inschrift: "Hier liegt begraben Magister Martin Siegfried, Wernshäuser Pfarrer, geboren 21. Dezember 1641, verstorben 2. Juni 1711, 70 Jahre und 5 Monate alt".
Außen, an der Ostseite der Sakristei findet man auch den Grabstein des Kirchenrates Georg Christian Göpfert aus Wasungen stammend. Er war bereits 1838 als Vikar in Wernshausen tätig und dann als Pfarrer von 1855-1891. Pfarrer Göpfert erstellte mit großem Fleiß das wertvolle Seelen- und Familienregister von Wernshausen, beginnend ab dem Jahre 1711. Er starb 1893 im Alter von 86 Jahren in Wasungen und wurde auf hiesigem Friedhof beerdigt.

Das Innere der Kirche ist schlicht gehalten. Der Hauptraum, das sogenannte Kirchenschiff wurde 1723 neu errichtet, die Jahreszahl 1723 findet man über der westlichen Eingangstür. Das Kirchenschiff, ein rechteckiger Raum, dessen Wände durch zweigeschossige Emporen bis an die Decke hinauf fast verdeckt werden. Der Altar steht an der Ostseite. Dort öffnet sich ein im Rundbogen überwolbter Chorbogen. Sein Profil ist mit einem roh gearbeiteten Rundstab verziert. Der Bogen stammt wahrscheinlich aus der Bauzeit von 1698. Der Chorraum unterhalb des Turms ist ungefähr quadratisch.


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zitiert aus:
Lehfeldt/Voß: Bau- und Kunstdenkm. Krs. Meing. - Amtsgerichtsbezirk Salzungen, Jena 1910, S. 118S.
Wölfing, Günther: Kleine Henneberger Landeskunde, 1995, S. 105
Köhler, M.: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze, Jena 2003, S. 309

Die Besichtigung unserer Kirche ist möglich nach vorheriger Anmeldung:
Pfarramt Wernshausen, Tel: +49 36848 21707