Weit sichtbar über dem Werratal, etwa 30m über dem Dorf am Ende des Bergrückens Heyer, liegt unsere evangelische Kirche in Wernshausen.
Bis
heute haben 27 Pfarrer das evangelische Pfarramt in Wernshausen verwaltet.
| 1184 |
Erste urkundliche Erwähnung von Wernshausen am 17. Februar 1184, ausgestellt in Verona von Papst Lucius III., Wernshausen wird als kirchloser Ort genannt, Friedhof und sog. "Beinhäuslein" vorhanden, zum Gottesdienste ging man in die Klosterkirche zu Herrenbreitungen. |
|
| Spätgotik | Sehr kleine Kirche, davon ist heute noch der Unterteil des Kirchturms vorhanden, Gottesdienste hielten die Priestermönche des Klosters Herrenbreitungen. | |
| 1510 |
Erweiterung des Kirchenschiffes, Kirche aber insgesamt noch sehr flach. Wernshausen erhielt eine Vikarie, Johann Fischer wirkte bis ca. 1540 als Vikar. Der Vikar wohnte im Dorf, durfte aber nur die Messe lesen. Trauungen, Taufen und die österliche Beichte fanden weiterhin in Breitungen statt. |
|
| 1525 |
Der Bauernkrieg erfasste im April und Mai 1525 das Werra- und Rhöngebiet. Die Klöster in Allendorf, Breitungen und Georgenzell, sowie die Burg Frankenburg bei Helmers wurden durch den "Werrahaufen" gebrandschatzt und zerstört. Es ist anzunehmen, dass man auch unsere Kirche plünderte. |
|
| 1544 | Einführung der Reformation durch Graf Georg Ernst von Henneberg (1511 - 1583) | |
| 1550 -1556 | Nikolaus Supp war zweiter evangelischer Pfarrer in Wernshausen. Der erste evang. Pfarrer ist unbekannt, ob Johann Fischer (1. kath. Vikar) zum evangelischen Glauben wechselte ist ebenfalls nicht bekannt. | |
| 1556-1559 | 3. Pfarrer, Jacobus am Wall, aus Fambach gebürtig. In seiner Amtszeit wurde 1558 von Eberhard Wolf (1515-1585), dem damaligen Besitzer des Todenwarthschen Gutes, ein Gutsgebäude errichtet, welches heute als "Pachtershof" das älteste Gebäude im Ort darstellt. | |
| 1570-1574 | 4. Pfarrer, Severus Zeth aus Meiningen, starb 1580 in Frauenbreitungen | |
| 1574-1597 | 5. Pfarrer, Nicolaus Lesch, war vorher Pfarrer in Behrungen und Kaltennordheim. | |
| 1597-1615 | 6. Pfarrer Nicolaus Mylius, unter ihm wurde das alte "Beinhaus" an der Kirche in die heutige Sakristei umgewandelt | |
| 1615-1624 | 7. Pfarrer Andreas Barth aus Meiningen. Er erlebte den Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) und fand 1624 einen plötzlichen Tod durch Plünderungen wilder Kriegshorden.In seiner Amtszeit haben 1622 drei Wernshäuser Einwohnern, die Müller Melchior Heinz Hess, Rüger Hans Semmler und Orttolf Hans Semmler, einen 8-eckigen Taufstein für die Kirche gestiftet. Ein Kunstwerk für die damalige Zeit, noch heute im Gebrauch und eine Zierde der Kirche. Der Stein zeigt an den Seiten acht sinnbildliche Figuren, die Stärke, die Mäßigung, die Gerechtigkeit, die Liebe, der Glaube, die Wahrheit, die Frömmigkeit und die Sanftmut darstellend. | |
| 1624-1630 | 8. Pfarrer Christoph Werner, Sohn des Wernshäuser Lehrers Johann Werner, kam dann nach Marisfeld. | |
| 1630-1635 | 9. Pfarrer, Johann Georg Schmöger, Pfarrersohn aus Stephershausen. Im Dreißigjährigen Krieg erlebte er 1632 und 1634 die schwersten Heimsuchungen des Ortes mit und ging dann von hier nach Urnshausen. | |
| 1636-1639 | 10. Pfarrer, Zacharias Ebert, aus Kühndorf stammend, musste die Pfarrei Frauenbreitungen mit versorgen. Flüchtete 1639 wegen der Kriegsunruhen nach Schmalkalden. | |
| 1639-1658 | Die Pfarrstelle war in dieser Zeit nicht besetzt, Pfarrer von Frauenbreitungen verwalteten das Wernshäuser Pfarramt. | |
| 1658-1676 | 11. Pfarrer, Magister Werner Frank, von Berka a. d. Werra gebürtig, fand einen baufälligen Kirchturm und ein verwüstetes Pfarrhaus vor, dass nicht bezogen werden konnte. Verfasste 1667 die heute noch erhaltene Leichenpredigt und den Lebenslauf des Schultheißen Adam Kremmer, bei dem er mit seiner Familie zu beginn seiner Amtszeit freundliche Aufnahme fand. | |
| 1667 | Der Gedenkstein zu Ehren des kaiserlichen Reichshofrat Eberhard Wolff von Todenwarth (1614-1663) wurde im Juli 1667 von den beiden Söhnen Anthonius Volbrecht und Julius Jacob W.v.T., Besitzer des damaligen Todenwarthschen Gutes in Wernshausen, in der Kirche angebracht. Eine Gruft der hiesigen Mitglieder der Familie Todenwarth befand sich früher in der Kirche. Die Familie Wolff von Todenwarth war eine der ältesten Geschlechter der Grafschaft Henneberg, wurde 1623 von Kaiser Ferdinand II. geadelt und 1637 in den Reichsfreiherren-Stand erhoben. Eberhard's Vater Anton W. v. T. (1592-1641) war zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges hessischer Kanzler und sein Onkel Johann Jakob W. v. T. (1585-1657) gehörte zu den Vätern des Westfälischen Friedens, er unterzeichnete den Friedensvertrag für Hessen-Darmstadt, sein Porträt hängt heute im Friedenssaal des Rathauses zu Osnabrück und im Schloss Gripsholm. | |
| 1698 | Erste Erhöhung des Kirchturms unter Magister Martin Siegfried (1641-1711), er war von 1677 bis zu seinem Tode Pfarrer in Wernshausen, sein Grabstein befindet sich an der äußeren Wand der Sakristei. | |
| 1723 | Während der Amtszeit des Johann Bartholomäus Brill aus Bad Salzungen, er war von 1711 - 1745 der 13. Pfarrers in Wernshausen, wurde das Kirchenschiff grundlegend erneuert und vergößert. Die neue Kirche wurde am 18. Oktober 1723 geweiht und erhielt vom Herzog Ernst Ludwig I. von Meiningen, welcher mit dem kompletten Hofstab anwesend war, den Namen “Zur Erhaltung Gottes“. Pfarrer Brill führte 1711 ein (neues?) Kirchenbuch ein. Sein Grabstein mit langer deutscher Inschrift befindet sich in der Kirche. | |
| 1746-1771 | 14. Pfarrer, Christian Adam Brill, Sohn des vorherigen Pfarrers. Sein Grabstein befindet sich ebenfalls in der Kirche. In seiner Amtszeit wurde 1755-57 das jetzige Pfarrhaus gebaut. | |
| 1771-1800 | 15. Pfarrer, Johann Nicolaus Gottlieb Schmidt, Pfarrersohn aus Judenbach, war vorher Diakonus in Wasungen. | |
| 1801-1837 | 16. Pfarrer, Johannes Martin Motz, Lehrersohn aus Witzelroda, sein Grabstein befindet sich in der Kirche. Er war der letzte Pfarrer, der das Pfarrgut noch selbst bewirtschaftete. In der Zeit der Napoleonischen Kriege und der Befreiungskriege von 1806-1815 fanden 21 junge Wernshäuser den Tod auf den Schlachtfeldern Europas. | |
| 1838-1855 | 17. Pfarrer, Johann Friedrich Carl, aus Weitersroda, mußte sein hiesiges Pfarramt aufgeben, starb 1859 in Bad Salzungen. | |
| 1850-1885 | In diesem Zeitraum wanderten 630 Wernshäuser jeden Alters nach Amerika aus. Ein Namensverzeichnis befindet sich im Archiv der Pfarrstelle | |
| 1855-1891 | 18. Pfarrer, Kirchenrat Georg Christian Göpfert aus Wasungen, war schon 1838 als Vikar in Wernshausen. Er erstellte mit großem Fleiß das wertvolle Seelen- und Familienregister beginnend ab dem Jahre 1711. Er starb 1893 im Alter von 86 Jahren in Wasungen und wurde auf hiesigem Friedhof beerdigt, seinen Grabstein findet man außen an der Ostseite der Sakristei. | |
| 1870-1871 | Im Deutsch-Französischem Krieg standen 15 Wernshäuser unter den Fahnen. Auf der Ehrengedächtnistafel in der Kirche sind die Namen überliefert. | |
| 1891-1907 | 19. Pfarrer, Kirchenrat Paul Köhler, aus Meiningen stammend. Er hat den Vaterländischen Frauenverein ins Leben gerufen, führte die erste Gemeinde-Schwester Hedwig Endler in einem Festgottesdienst ein und erarbeitete die Ortschronik: „Aus Wernshausens vergangener Tage“, welche die Grundlage aller weiteren Wernshäuser Ortschroniken bildet. Ab 1907 war Paul Köhler Oberpfarrer und Superintendent in Pößneck und dann in Bad Salzungen, wurde Mtglied des Landeskirchenrates der Thüringer Evangelischen Kirche in Eisenach. Er starb 1952 in Weimar. | |
| 1907-1921 | 20. Pfarrer, Johannes Füßlein aus Saalfeld, unter ihm erfolgte zwischen 1907 -1910 ein Umbau des Kirchgebäudes. Die zweite Erhöhung des Kirchturms 1910, jenen Fachwerkteil, der unterhalb der „Zwiebel“ eingefügt wurde. Die Kirche erhielt eine Heizung und die Orgel von 1760 wurde samt Orgelempore aus dem Chorraum unterhalb des Turms entfernt. Das alte Orgelgehäuse wurde in den Westteil der Kirche, an jetziger Stelle, befördert und die Fa. Orgelbau Strebel baute 1910 ein neues Orgelinstrument ein. Von den ortsansässigen Familien Fischer (Sägewerksbesitzer) wurden zwischen 1903 und 1910 die vier Bleiglasfenster gestiftet und die Kirchturmerhöhung mit finanziert. | |
| 1914-1918 | Im Ersten Weltkrieg wurden in Wernshausen 329 Mann einberufen, von denen 47 gefallen und 13 vermisst sind. Die Namen der Letzteren verzeichnete man in der Gedächtnishalle am südlichen Eingang zum Friedhof, die die Firma E. & S. Fischer nach dem Kriege gestiftet hatte. Leider wurden die Namen der tapferen Helden aus der Gemeinde bei späteren Restaurierungsarbeiten entfernt. | |
| 1921-1927 | 21. Pfarrer, Kirchenrat Bernhard Gerlach, aus Einhausen stammend. Zum 200-jährigen Jubiläum der Kirche am 18. Oktober 1923 hielt Pfarrer Gerlach die Festpredigt und Kirchenrat Paul Köhler, der ehemalige Pfarrer überbrachte die Grüße und Wünsche der Thüringer Evangelischen Landeskirche. | |
| 1927-1935 | 22. Pfarrer, Heinrich Runte, aus Braunschweig, ging dann nach Göttingen. | |
| 1935-1945 | 23. Pfarrer, Fritz Wilde, aus Goslar, starb 1940 den Heldentod. Vertretungen während des Krieges durch Pfarrer Stadtmann, Pfarrvikar Jansa, Pfarrer Raatz und Pfarrer Schmidt. Pfarrer Helmut Stier aus Eisenach, welcher als Nachfolger für Fritz Wilde bestimmt war, fiel 1945 im Krieg. Der Zweite Weltkrieg (1939-45) forderte 111 Tote und 56 Vermißte in unserer Gemeinde. | |
| 1946-1953 | 24. Pfarrer, Walter Böcker, aus Dortmund, vorher Hilfspfarrer in Gütersloh. Sein Verdienst um das evangelische Gemeindeleben des Ortes ist die Errichtung eines Evangelischen Gemeindehauses in Form einer Holzbaracke im Pfarrgarten, unter Mithilfe der Gemeindemitglieder und des Betriebes Holzbau Wernshausen. Am 22. Mai 1949 wurde mit Festpredigt des damaligen Landesbischofs D. Mitzenheim das Gebäude feierlich eingeweiht. | |
| 1953-1968 | 25. Pfarrer, Helmut Bley-Simon aus Klings, unter ihm fanden 1956 umfangreiche Renouvierungsarbeiten in der Kirche durch die Malerfirmen Oscar Lösch und Günther Hopf statt. | |
| 1968-1984 | 26. Pfarrer, Hartmut Bernstein, In seiner Amtszeit hat man das in die Jahre gekommene Evangelische Gemeindehaus im Pfarrgarten mit Unterstützung der Evangelischen Kirche Westdeutschlands durch ein neues modernes Gemeindehaus ersetzt, welches 1982 durch Landesbischof Werner Leich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierlich übergeben wurde. | |
| 1984 - 2009 | 27. Pfarrer, Bernd Herbert, aus Ruhla stammend. Nachfolgende Aktivitäten wurden in seiner Amtszeit durchgeführt: | ![]() |
| 1986 | Dachneueindeckung des Kirchenschiffs | |
| 1989 | Am Reformationstag 1989, fand man sich auch in unserer Kirche zusammen, um der politischen Gemeinde Forderungen und Veränderungen vorzutragen. | |
| 1989 - 1992 | Sanierungsarbeiten am Kirchgebäude: neue Blitzschutzanlage, neuer Außenanstrich und neue Beschieferung des Kirchturms. | |
| 1994 - 1995 | Elektrifizierung der Turmuhr und aller 3 Glocken der Glockenläutanlage. | |
| 1998 | Umfangreiche Innenrenovierungsarbeiten, Sanierung der Kirchtreppe. Der Festgottesdienst zum 275-jährige Kirchenjubiläum am 04. Oktober 1998, bei dem Pfarrer Bernd Herbert die Festpredigt hielt, konnte somit im renovierten Kirchengebäude durchgeführt werden. | |
| 2002 | Im Herbst 2002 erhielt das Kirchenschiff und der Kirchturm neue Fenster. | |
| 2003-2004 | Im Juli 2003 wurde im Pfarrgarten durch Mitglieder des Gemeindekirchenrates ein Festplatz angelegt. Durch eine lang anhaltende Trockenheit im Sommer 2003 erlitt die Orgel einen Totalausfall. Eine neue elektronische Orgel als Behelfslösung wurde angeschafft. Die historische Strebel-Orgel von 1912 sollte aber auf jeden Fall wieder in Gang gesetzt werden und so startete man im April 2004 eine Spendenaktion für die Orgelrestaurierung. | |
| 2006-2007 | Komplette Sanierung des Kirchturms im Jahre 2006, dabei wurde auch das Zifferblatt der Uhr ausgetauscht, der Turmknopf geöffnet und das Dach der Sakristei erneuert. Das Zifferblatt der alten Kirchturmuhr konnte 2007 zugunsten der Orgelsanierung versteigert werden. Weiterhin wurden im Jahr 2007 die Zugangswege zur Kirche hin erneuert und die Nordseite der Kirche mit einem neuen Außenanstrich versehen. | |
| 2008 | Innenrenovierung der Sakristei durch Mitglieder des Gemeindekirchenrates. | |
|
2009 |
Am 22. Februar 2009 wurden Pfarrer Bernd Herbert und seine Frau Marita nach 24-jähriger Amtszeit in unserer Kirchgemeinde Wernshausen mit einem Festgottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Pfarrer Stephan Koch aus Breitungen übernimmt das Pfarramt in der Vakanzzeit.Festgottesdienst anläßlich des 825-jahrigen Jubiläums von Wernshausen, am 10. Mai in der Kirche Wernshausen mit Frau Oberkirchenrätin Marita Krüger aus Meiningen.Das Pfarrhaus erhält im Herbst eine neue Heizung und Elektoinstallation. |
|
|
2010
|
Im Gottesdienst, am 17. Januar wurde Petra Koch als neue Gemeindepädagogin in ihr Amt eingeführt. Grundlegende Sanierung des Pfarrhauses von Januar bis Juli durch Mitglieder der Kirchgemeinde und des Gemeindekirchenrates. 28. Pfarrer; Am 08. August wurde Ramona Borm, aus Rudolstadt stammend, in einem feierlichen Festgottesdienst in ihr neues Amt als Pastorin für das Kirchenspiel Helmers-Wernshausen eingeführt. |
|
|
2011
|
Im Gottesdienst, am 4. September wurde Petra Koch als Gemeindepädagogin des Kirchenspieles Helmers-Wernshausen verabschiedet. Die Stelle einer Gemeindepädagogin für unser Kirchenspiel wurde vom Kreiskirchenrat leider gestrichen. Am 9. Oktober konnte die restaurierte Strebel-Orgel in einem Festgottesdienst durch den Superintendent Dr. Lieberknecht wieder eingeweiht werden. Orgelkonzert am 15. Oktober zur Einweihung der restaurierten Strebel-Orgel mit Prof. Dr. Konrad Klek (Orgel), Laura Baxter (Alt/Mezzosopran) und Lydia Zborschil (Sopran). |
Mit den Worten von Kirchenrat Paul Köhler gesagt: “…und möge somit das ehrwürdige Gotteshaus droben auf dem Heyer, das nun schon seit mehr als einem halben Jahrtausend auf den Ort herabschaut, alle Zeiten für die Gemeinde eine Quelle reichen Segens sein und bleiben.